Hans Nowak

Der Maler Hans Nowak wurde am 15. Mai 1922 in Halle an der Saale geboren. Schon früh entdeckte er seine Lust an der Kunst. Bereits mit 16 Jahren nach der mittleren Reife verließ schließlich er sein Elternaus, um gegen den Willen seines Vaters Maler zu werden.
Er kam in Bielefeld bei Verwandten unter, wo er den Corinth Schüler Franz Gerwin (1891-1960) kennen lernte. Fasziniert von dessen Fertigkeiten und dem unkonventionellen Künstlerleben, wurde er sein Schüler. Man sagt, Nowak habe, um sich die nötigen Utensilien zu besorgen, seinen einzigen nennenswerten Besitz verkauft – einen Mantel. Auch wenn dies vielleicht nicht ganz der Wahrheit entspricht, so macht es jedoch deutlich, welche Leidenschaft er für die Malerei empfand.
Das ungewöhnliche Talent des jungen Malers blieb Gerwin anscheinend nicht lange verborgen. Er meldete ihn ohne dessen Wissen an der Werkkunsthochschule Bielefeld an. Hier erhielt Nowak seine solide akademische Basis und die technische Perfektion, die seine Bilder auszeichnen. 1939 zog Hans Nowak nach München, wo er bei Malerkollegen lebte, lernte und arbeitete. In dieser Zeit entwickelte er bereits sein fundamentales Verständnis für die altmeisterliche Herstellung von Farben aus handgeriebenen Pigmenten und Bindemitteln, die für seine Malerei so entscheidend werden sollte.
Nach Kriegsdienst und kurzer Gefangenschaft kehrt Nowak 1945 nach Braunschweig zu seiner Familie zurück. Die Zeit scheint jetzt reif für seine besonders farbintensiven, expressiven Gemälde, stellt sich doch mit der ersten Ausstellung 1946 allmählich auch der künstlerische Erfolg ein.
Zunächst sind es die Besatzungsmächte die Aufträge erteilen und danach die kulturell ausgehungerten Deutschen, die mit Nowaks farbig, emotionaler Malerei einen Neuanfang wagen. Der internationale Erfolg begann 1954 mit einer Ausstellungsbeteiligung im renommierten Pariser Grand Palais. Die erfolgreiche Ausstellung war das Trittbrett zu einer kaum mehr zu überblickenden Reihe von Ausstellungen, Fernsehauftritten und Zeitungsberichten.
1962 ließ sich Hans Nowak in Voigtholz-Ahlemissen bei Peine nieder. Den ältesten Hof des Dorfes baute er zusammen mit seiner aus Voigtholz stammenden Frau zum Wohn- und Atelierhaus um. Der große Garten diente ihm fortan als Inspirationsquelle für seine prachtvollen Blumenstilleben. In unmittelbarer Nachbarschaft errichtete Nowak 1979 eine extravagante Kapelle, die er mit religiösen Motiven von seiner Hand ausschmückte u.a. ein monumentales Abendmahl und einen Wandelaltar. Heute dient die Kapelle als Nowak Museum, dass eine Vielzahl seiner Werke beherbergt.
Nowak verbrachte mehrere Wochen im Jahr im Süden, um die Leuchtkraft der sonnenbeschienenen Natur zu studieren. Doch seine eigentliche Liebe galt der windigen, rauen Stimmung des Nordens. Mit expressivem Pinselstrich übersetzte er die empfundenen Stimmungen in die Farbigkeit seiner Malerei.
Während seiner letzten großen Ausstellung 1996 in der Galerie Kunst-Schaefer in Wiesbaden verstarb Hans Nowak. Er hinterließ seiner Nachwelt großartige Gemälde, die mittlerweile in zahlreichen öffentlichen und privaten Kunstsammlungen zu finden sind.                                                                             Björn Lewalter m.a.
Buch Veröffentlichungen:
Köhler, Wilhelm: Hans Nowak, Braunschweig 1965
Dieckhoff, Jürgen & Wolfgang Glandt : Vom Maler Hans Nowak ein Bild sich machen, Peine 1992
Lewalter, Björn: Hans Nowak, Rolf Hank; Wiesbaden 2015



Zu den Bildern

Nordischer Sommer 70x80

o.T. (Abendstimmung) 90x60

Blumenstrauss 70x80


o.T. (Gehöft mit Heupuppe) 70x80

In der Toscana 1992 100x80

Sommerblumen 80x40


Worpswede 1974 60x70

Landschaft 70x80

o.T. (Hafenimpression) 90x90


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